Laras Platzl‑Tipp: Sonntage auf dem Eis

Der Januar in München fühlt sich oft an wie ein Neustart: Die Stadt ist ruhiger, die Luft klar, und man hat wieder Zeit für besondere Momente. Genau jetzt lohnt es sich, München von jenen Seiten zu entdecken, die man im restlichen Jahr leicht übersieht.

Wie sieht für dich ein idealer Januarmorgen in München aus?

Ganz klar: Sonntags im „Prinze“. Da wird das Prinzregentenstadion nämlich zum Ballsaal. Ab 09:30 Uhr startet das Aufwärmen, danach lernt man Walzer‑ und Tangoschritte – und das direkt auf dem Eis. Es ist ein völlig anderes Gefühl als klassischer Tanzunterricht, viel leichter, spielerischer. Und das Beste: Der Unterricht ist kostenlos und findet fast bei jedem Wetter statt. Man sollte nur sicher vorwärts und rückwärts auf Schlittschuhen fahren können.

Was macht dieses Erlebnis für dich so besonders?

Der Moment, in dem alle gemeinsam den traditionellen „Münchner Dipferl“ tanzen. Man bildet eine lange Kette und gleitet im Rhythmus über die Eisfläche – das ist pure Münchner Lebensfreude. Es hat etwas Nostalgisches, fast Filmreifes. Und gleichzeitig ist es ein wunderbarer Start in den Tag, weil man sich bewegt, lacht und einfach Spaß hat.

Wo kann man in München sonst noch gut Schlittschuhlaufen?

München hat im Winter richtig viel zu bieten. Neben dem „Prinze“ gibt es das Olympia‑Eissportzentrum, das perfekt für alle ist, die gern sportlich unterwegs sind oder einfach viel Platz beim Eislaufen mögen. Wenn es richtig kalt wird, frieren manchmal sogar die Seen zu. Besonders beliebt sind dann der Nymphenburger Schlosskanal und der Kleinhesseloher See im Englischen Garten. Aber da gilt natürlich: Nur aufs Eis, wenn es offiziell freigegeben ist.

Und wie geht dein perfekter Wintersonntag danach weiter?

Nach dem Tanzen habe ich immer ordentlich Hunger. Deshalb fahre ich gern direkt ins Ayinger am Platzl. Das passt perfekt, weil es gemütlich, warm und typisch münchnerisch ist. Ein kräftiges Mittagsgericht – vielleicht ein Schweinebraten oder ein saisonales Schmankerl – ist genau das Richtige nach der Bewegung auf dem Eis. Und wer’s leichter oder vegetarisch mag, findet dort auch immer etwas Passendes.

Hast du noch einen Tipp, wie man den Nachmittag gestalten kann?

Ja – und der ist richtig entspannt: eine kleine Straßenbahntour durch München. Viele kennen die Tram 19, die einmal quer durch die Stadt fährt. Aber mein Favorit ist die Tram 21, besonders die Strecke vom Hauptbahnhof bis zum Ostbahnhof. Man sitzt warm, hat beste Sicht und fährt an richtig schönen Ecken vorbei. Unterwegs sieht man unter anderem das Deutsche Museum, die Isar, die Maximiliansanlagen und viele typische Münchner Straßenzüge. Es ist wie eine kleine Stadtrundfahrt – nur ohne Stress und ganz individuell. Wer’s richtig gemütlich mag, holt sich für die Fahrt noch einen Coffee-to-go in der Josefa.