Platzl Hotel München - Die Geschichte eines Traditionshotels

Trotz Modernisierungen und zahlreicher Renovierungen ist und bleibt das PLATZL HOTEL ein Traditionshaus. Wir möchten die Gelegenheit nutzen und Ihnen hiermit die bewegte Geschichte des PLATZL HOTEL etwas näher bringen. 

DIE BLÜTE DER BÜHNENZEIT

„Platzl“ – auch wenn dieser Name bereits auf Stadtplänen aus dem Jahr 1780 auftaucht, so ist er doch vielseitig. Die Münchner bezeichnen sowohl die platzartige Straßenerweiterung, als auch unser Traditionshaus mit „Platzl“ und Nostalgiker sprechen heute noch vom „Grand Restaurant Platzl“. Dort unterhielten von Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des zweiten Weltkriegs humoristische Größen wie Karl Valentin auf den „Platzl Bühnen“ das begeisterte Münchner Publikum. Schon kurz nach Kriegsende wurde der Unterhaltungsbetrieb wieder aufgenommen, jedoch eher provisorisch, denn das Gebäude hatte im Krieg schwere Schäden erlitten. So war es dann auch keine Überraschung, dass das Platzl im Jahr 1951 wegen Einsturzgefahr schließen musste.

DIE ÄRA INSELKAMMER BEGINNT

In dem maroden Zustand, in dem sich der Gebäudekomplex am Platzl damals befand, wollte kein Unternehmer das Risiko einer Investition auf sich nehmen. Keiner, mit der Ausnahme von Franz Inselkammer. Der Besitzer der kleinen Ayinger Landbrauerei vor den Toren Münchens entschied sich für einen Wiederaufbau des Traditionshauses. Doch das neue Konzept beschränkte sich nicht auf eine Gaststätte mit Theaterbühne. Es sollte ein Hotel am Platzl entstehen. Die Neuauflage der Platzbühnen im Jahr 1953 unter den neuen Pächtern Carl und Hilde Groß war ein voller Erfolg und ebnete auch einen erfolgreichen Start für das PLATZL HOTEL im Jahr 1956.

DIE WIEDERERÖFFNUNG DER PLATZL BÜHNEN

Bei der Wiedereröffnung am 25. Mai 1953 fanden die Gäste dennoch ein anderes Platzl vor als zu Beginn des Jahrhunderts. Wenngleich der Grundriss blieb, wurden etwa die Säulen in der Mitte des Gastraums entfernt und durch stärkere Kellerfundamente ersetzt. Der „olympische Musentempel des bayerischen Humors“ war also bereit, den Menschen im Nachkriegs-München die Wiederaufbaujahre ein wenig zu versüßen. Auch den Komödianten der zweiten Generation, wie etwa Weiß Ferdl, Schmidt Wildy oder dem Eringer Sepp verhalfen die neuen Platzl Bühnen zu Ruhm und Bekanntheit weit über die Stadtmauern hinaus.

DAS PLATZL HOTEL WIRD GEBOREN

Während auf der Bühne Witze gerissen und im Gastraum kräftig gelacht wurde, arbeiteten die Maurer und Handwerker fleißig weiter, bis am 9. Juli 1956 endlich der Tag kam, auf den viele Münchner lange gespannt gewartet hatten: Im Herzen der Isarmetropole eröffnete das modernste 200 Betten-Hotel der Stadt – das PLATZL HOTEL. Besonders hervorzuheben ist die Musik aus der Zentralradioanlage des Hauses, die in jedem der 130 Zimmer zu belauschen war. Dies war für die damalige Zeit eine kleine Sensation. Die Preise für eine Übernachtung schwebten in den Anfangsjahren des PLATZL HOTELs zwischen vier und zwölf DM pro Person und der Telefonanschluss in jedem Zimmer gehörte zur Normalausstattung.

CARL UND HILDE GROSS TRETEN AB

Dass die herausfordernde Anfangszeit so erfolgreich verlief, verdankte das Platzl nicht zuletzt dem Pächter-Ehepaar Carl und Hilde Groß, das ab 1953 die Leitung des Theaters und ab 1956 auch des Hotels übernahm. 1973, nach zwanzigjähriger Tätigkeit und nachdem sich das PLATZL HOTEL als eine der besten Adressen Münchens etablieren konnte, verließen die beiden das Haus. Weitergeführt wurde es vom jüngsten Sohn des Ehepaars Franz und Maria Kreszenz Inselkammer – Peter Inselkammer.

PETER INSELKAMMER ÜBERNIMMT DAS RUDER

Peter Inselkammer kam als Betriebswirt mit Brauer-Ausbildung und einschlägiger Erfahrung als Wirt des Ayinger Hofs in die Münchner Altstadt und bewirkte wiederum eine Reihe von Erneuerungen im Platzl. So konnte sich das Haus pünktlich zum 20. Geburtstag 1976 in „neuem Gewand“ präsentieren. Änderungen und Innovationen waren nötig, um konkurrenzfähig zu bleiben, denn auf Grund der Olympischen Spiele 1972 hatte sich die gesamte Hotelbettenzahl in München um 35 % erhöht. Der ansteigende Tourismus konnte die Lücken in der Folge zwar teilweise schließen, doch in weiser Voraussicht entschied sich Peter Inselkammer 1978 für ein komplett neues Konzept des PLATZL HOTELS.

DER PLATZL NEUBAU

Ein wichtiges Anliegen Peter Inselkammers war, dass sich der Neubau nahtlos in die bestehende Architektur der Altstadt einfügte. Deshalb sollten die historischen Räume der denkmalgeschützten Pfistermühle erweitert, die traditionsreichen Platzl-Bühnen erhalten und die Hotelzimmer direkt darüber saniert werden. Daneben, an der Stelle des früheren Bockbierkellers sollte das neue Hotelgebäude entstehen. Nach der Genehmigung des Entwurfs am 6. August 1986 ging es dann ganz schnell: Im November schloss das „alte“ Platzl Hotel und bereits einen Tag später wurde mit den ersten Abrissmaßnahmen begonnen. Im Juli 1988 – nach nur 20 Monaten Bauzeit – konnten die ersten Gäste im neuen 4-Sterne-Hotel übernachten, die offizielle Eröffnung fand am 12. September 1988 statt.

DAS PLATZL HOTEL HEUTE

2014 übernahm Peter F. J. Inselkammer, der Sohn von Peter Inselkammer, die operative Leitung der PLATZL-Betriebe. Zusammen mit Heiko Buchta, der etwa zur gleichen Zeit als Direktor im PLATZL begann, leitete er wiederum eine neue Entwicklungsphase ein. Die inzwischen 167 Zimmer des PLATZL HOTELS wurden in den letzten Jahren kontinuierlich renoviert. Darin enthalten sind eine Junior Suite und eine „Bayerische Suite“. Außerdem bietet das Hotel sechs ebenso neu renovierte Veranstaltungsräume, das komplett erneuerte Restaurant PFISTERMÜHLE in denkmalgeschützten Gewölben aus dem 16. Jahrhundert, das bayerische Wirtshaus AYINGER AM PLATZL sowie die JOSEFA BAR & KAFFEE und das KARREE BODEN & BAR. 2018 bekam das PLATZL HOTEL eine kleine Schwester – das MARIAS PLATZL direkt am Mariahilfplatz mit dem dazugehörigen WIRTSHAUS AYINGER IN DER AU.