Das Platzl Hotel München – Die Geschichte eines Traditionshotels im Herzen der Münchner Altstadt

Das Platzl Hotel in der zentralen Altstadt von München ist ein traditionsreiches 4-Sterne-Superior Hotel mit einer bewegten Geschichte. Um Ihnen, den vielen langjährigen Gästen und Freuden des Hauses, einmal einen Einblick in die frühen Jahre des Hotels in München geben zu können, erzählen wir Ihnen von der Geschichte der Entstehung und den wichtigsten Meilensteinen des Traditionshauses.
Die Geschichte des Platzl Hotel München lässt sich in zwei bedeutende Teilstücke gliedern.
Bereits am 9. Juli 1956 wurde das „alte“ Platzl Hotel mit etwa 200 Betten in 130 Zimmern eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt befand es sich noch in den oberen Geschossen der damaligen Platzl-Bühne (des heutigen Hardrock Cafe München). Betreiber des ersten Platzl’s waren zunächst Carl und Hilde Groß, welche seit dem Frühjahr 1953 bereits Pächter der nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebauten Platzl-Bühne waren. Am 1.April 1973 beendeten die Wirtsleute Groß nach 22 Jahren Ihre erfolgreiche Laufbahn im Platzl und übergaben das Hotel und das Lokal an die Brauerei Aying, die beides von nun an in eigener Regie betrieben. Geschäftsführer des Platzl Hotel München wurde Peter Inselkammer, einer der Söhne des Ehepaars Franz und Maria Kreszenz Inselkammer.

Die Grundstein für das „neue“ Platzl Hotel – an seinem heutigen Standort an der Sparkassenstraße 10- wurde gewissermaßen durch die Olympischen Spiele 1972 in München gelegt.
An diesem Standort stand einst der imposante Bau der Pfistermühle, die jedoch leider durch die Bombardierung Münchens im 2.Weltkrieg erheblichen Schaden an der Bausubstanz erleiden musste.
Trotz dem Versuch der Erhaltung des Gebäudes durch ein Notdach und der weiteren Nutzung der noch funktionsfähigen Steinbacköfen durch die Hofpfisterei, verwahrloste das Grundstück nach dem Auszug der Hofpfisterei im Jahr 1964 zunehmend. Um für die Olympischen Spiele wieder ein wunderschönes und einheitliches Stadtbild zu schaffen und einen positiven Eindruck in aller Welt zu hinterlassen, entschied die Stadt München sich für den Abriss vieler alter Kriegsruinen. Der zerstörte Teil der Pfistermühle sowie der Turm des alten Hofbrunnenhauses wurden im Zuge dessen in einen Parkplatz umgewandelt. Bereits zu dieser Zeit beauftragte Franz Inselkammer einen Bebauungsplan für ein Hotel auf diesem Areal, welcher im Jahr 1971 genehmigt, jedoch zunächst nicht umgesetzt wurde. Dieser Plan sah vor, noch vorhandene Gebäudereste der alten Pfistermühle und einen modernen kubistischen Block mit Dachterassengeschoß und Flachdach zu integrieren.
Peter Inselkammer, der Sohn des Ehepaares Inselkammer, griff die Idee des Neubaus seines Vaters im Jahre 1978 wieder auf, verwarf aber dabei den bereits genehmigten Bebauungsplan und erstellte ein völlig neues Konzept. Das neue Gebäude sollte sich dabei besser in die bestehende Architektur der Altstadt und das Stadtbild Münchens einfügen.
Das neue Konzept sah vor die historischen Räume der denkmalgeschützten Pfistermühle zu erweitern und auch die traditionsreiche Platzl-Bühne (deren Fassade ebenfalls unter Ensembleschutz stand) zu erhalten. Die Hotelzimmer der oberen Stockwerke sollten hingegen saniert werden. Dieser Entwurf wurde am 6. August 1986 genehmigt. So konnte an der historischen Stelle des früheren Bockbierkellers ein neues Hotel entstehen. Am 16. November schloss das „alte“ Platzl Hotel und bereits einen Tag später wurde mit den ersten Abrissmaßnahmen begonnen. Die Grundsteinlegung erfolgte im April 1987. Am 20.Juli 1988 – nach nur 20 Monaten Bauzeit – konnten die ersten Gäste in dem neuen 4-Sterne-Hotel übernachten. Der damalige Finanzminister und spätere bayerische Ministerpräsident, Dr. Max Streibl eröffnete das neue Hotel offiziell am 12.September.

Heute umfasst das Platzl Hotel München 167 Zimmer im gehobenen bayerischen Stil, die im Jahr 2006 aufwendig renoviert wurden. Darin enthalten sind eine Junior Suite und eine „Bayerische Suite“. Außerdem bietet das Hotel sechs Veranstaltungsräume, das Restaurant Pfistermühle in denkmalgeschützten Gewölben aus dem 16. Jahrhundert, das bayerische Wirtshaus „Ayingers“ sowie die Platzl Bar. In der fünften Etage des Gebäudes befindet sich ein Erholungsbereich („Maurischer Kiosk“) mit Fitnessraum, Nassbereich (Sauna, Aroma-Dampfbad, Fußbad und Erlebnisduschen) und Ruhebereich, der dem von König Ludwig II im Jahr 1876 erworbenen Maurischen Kiosk der Pariser Weltausstellung nachempfunden ist. Das Hotel befindet sich seit 1957 im Besitz der Familie Inselkammer. Als geschäftsführender Gesellschafter agiert heute Peter F. J. Inselkammer, der Sohn von Peter Inselkammer. Seit 2013 kann auch Heiko Buchta, als neuer Hoteldirektor zur „Platz’l Familie“ gezählt werden.
Eine ausführliche Betrachtung der bewegten Geschichte rund um das Münchner Platzl können Sie in Cornelia Oelwein’s Buch „Das Münchner Platzl – Lebensfreude im Quadrat. Die Geschichte eines traditionsreichen Münchner Quartiers“ nachlesen. Das Buch ist beim Knürr Verlag im Jahr 2003 erschienen.

Dieser Beitrag wurde unter Hinter den Kulissen des Platzl Hotels veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>