Die Münchner Isarauen – Freizeit, Natur und Erholung inmitten der Stadt

Die Isar ist neben dem Oktoberfest, der Frauenkirche und dem Englischen Garten wohl ein ebenso bekanntes Symbol für München. Sie ist nach der Donau, dem Inn und dem Main mit 295 km der viertlängste Fluss Bayerns und fließt durch das Herz der Landeshauptstadt. Ihren Ursprung hat sie in Tirol (Österreich) und mündet dann südlich von Deggendorf in die Donau. Im Frühsommer führt die Isar aufgrund der Schneeschmelze in den Alpen besonders viel Wasser.

Bildquelle: flickr (Allie_Caulfield)

Vom Stadtfluss zum Erholungsparadies – Renaturierungsökologie der Flussbetten

Die Isar ist nicht nur bekannt für ihr klares Gebirgswasser und die breiten, sich ständig verlagernden Flussbetten, sondern sie wird auch seit den 1920er Jahren zur elektrischen Energieerzeugung genutzt. Doch diese Nutzung hat nicht nur Befürworter, denn durch die Befestigung der Ufer wurde der ursprünglich unbändige Fluss in München stellenweise zu einem Kanal. Dadurch ist ein Lebensraum für verschiedene Arten von Tieren und Pflanzen zerstört worden und das Hochwasserproblem nahm in München stetig zu. Umweltschützer unternahmen in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen, um durch Renaturierungsökologie der Isar ihre Ursprünglichkeit wiederzugeben, die Hochwassersicherheit zu verbessern und einen Erholungsraum für die Münchner zu schaffen. Dazu wurden an einigen Stellen der Isar die Flussbetten aufgeweitet, die Ufer abgeflacht und naturnahe Sohlrampen sowie Kiesinseln angelegt. Ebenso wurden die vorhandenen Deiche erhöht, verbreitert und verstärkt, wodurch neben dem verbesserten Hochwasserschutz auch mehr Naturnähe der Flusslandschaft geschaffen wurde, was den Erholungswert der Isarauen wieder erhöhte und ihr den ursprünglichen Charakter eines „alpinen Wildflusses“ zurück gab. Dieses elf Jahre währende Großprojekt wurde 2011 abgeschlossen und dient auch als Vorbild für internationale Projekte, wie zum Beispiel für die Renaturierung des L.A. Rivers in Süd-Kalifornien, USA.

Die Isarauen – Symbol für Lebensqualität und Spaß für Groß und Klein

Neben dem Englischen Garten sind die Isarauen eines der wichtigsten Erholungsgebiete im Stadtgebiet von München. Egal ob Wandern, Radfahren, Schwimmen oder einfach nur zum Sonnen und Ausruhen – die Isarauen bieten für jeden Freizeittyp etwas. So wird der Fluss zum Beispiel über weite Strecken von Radwanderwegen gesäumt, die eine Fahrradtour von den Alpen bis zur Donau ermöglichen. Der Isar-Radweg ist eine relativ einfach zu fahrende Strecke von Mittenwald über Landshut bis Plattling.

Ein außergewöhnliches Merkmal der Isar ist die Möglichkeit im Fluss zu baden, was wohl so in fast keinem anderen Fluss innerhalb einer Millionenstadt möglich ist. Durch die Aufbereitung verschiedener Klärwerke ist die Wasserqualität deutlich verbessert worden. So ist für erfahrene Schwimmer ein Sprung in das erfrischend kühle Nass der Isar an strömungsarmen Stellen, wie dem Flaucher, ein ganz besonderes Erlebnis und genau das Richtige an heißen Sommertagen.

Bildquelle: flickr (farbfilm)

Des Weiteren führen ausgeschilderte Wanderwege zum Englischen Garten und weiter in die Stadt oder zum Unterföhringer See bis nach Freising. Die Isarauen bieten auch Spielplätze für die Kleinen und groß angelegte Rasenflächen wo sich immer ein ruhiges, abgelegenes Plätzchen zum Ausruhen findet.

Besonders geeignet zum Grillen, Baden und Entspannen an sonnigen Tagen ist der Flaucher. Er erstreckt sich von der Brudermühlbrücke über den Tierpark bis zur südlichen Stadtgrenze. Das Ufer ist steinig, weshalb das Grillen dort erlaubt ist. Hier treffen sich Freunde und Familien, um in gemütlicher, entspannter Umgebung die schönen Tage in der Sonne zu genießen, zu feiern oder auch einfach nur um zur Ruhe zu kommen und die Seele baumeln zu lassen.

Die Flussinseln der Isar

Die Isar weißt auch viele kleinere und größere Flussinseln und Kiesbänke auf, die sich jedoch durch jährliche Hochwasser immer wieder in ihrem Umfang und in ihrer Form verändern. Deshalb wurden einige von ihnen im unmittelbaren Bereich größerer Städte im 19.Jahrhundert befestigt und verbaut, um sie so gegen diese Veränderungen abzusichern. In München sind die zwei größten bebauten Inseln die Museumsinsel und die Praterinsel.

Die Museumsinsel ist der Hauptstandort des naturwissenschaftlich-technischen Deutschen Museums. Sie weist eine Länge von 863 Metern und eine Breite von bis zu 197 Metern auf. Sie ist am Rand der Isarvorstadt gelegen und gehört heute zum Stadtteil Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt.

Bildquelle: flickr (sporst)

Die Praterinsel ist insgesamt 524 Meter lang und hat eine maximale Breite von 95 Metern. Neben dem „Aktionsforum Praterinsel“, welches verschiedene Künstlerateliers und Veranstaltungsräume beinhaltet, befindet sich auch das Alpine Museum des Deutschen Alpenvereins auf der Insel. Über den Wehrsteg besteht eine Verbindung zur flussaufwärts gelegenen Museumsinsel.

 

 

 

 

 

 

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